Die richtige Bedienung von Feuerlöschern – Leben retten will gekonnt sein
Laut Versicherungswirtschaft entstehen in Deutschland jährlich über 230.000 Wohnungs- sowie Hausbrände, wobei im Mittel 400 Menschen das Leben genommen wird. Die Statistiken sind alarmierend und appellieren an die Vernunft der Bevölkerung, sich rechtzeitig und gewissenhaft mit den Brandschutzmaßnahmen zu beschäftigen und auch im Notfall gerüstet zu sein. Nur 7% der Privathaushalte sind hierzulande mit Rauchmeldern ausgestattet, was weit unter dem EU-Schnitt liegt. Dabei entstehen die meisten Brände nachts, sodass schlafende Betroffene der giftigen Rauchentwicklung hilflos ausgesetzt sind. Wird eine Brandentstehung wahrgenommen, gilt es mit Vorsicht und Bedacht zu handeln, um nicht in Panik zu verfallen.
Hierbei ist vor allem der Feuerlöscher zur Bekämpfung des Feuers prädestiniert. Dennoch gilt es einige Brandklassen von Feuerlöschern zu unterscheiden, um z.B. mit einem Wasserlöscher bei einem Fettbrand keine Fettexplosion zu verursachen, die in vielen Fällen tödlich endet. Zunächst ist es wichtig, zu wissen, wo sich der nächste Feuerlöscher im Gebäude befindet. Oftmals befinden sich in öffentlichen Gebäuden rote Hinweisschilder mit einem Pfeil oder einem Feuerlöscher-Symbol, die bei der Orientierung helfen. In Privathäusern sollte der Löscher im Notfall problemlos erreichbar sein.
Unzählige Betroffene stellen fatalerweise erst im Brandfall fest, dass sie keineswegs mit dem Umgang eines Feuerlöschers vertraut sind. Die auf dem Feuerlöscher aufgeklebte Gebrauchsanweisung gibt Auskunft über die Eignung für bestimmte Brandfälle. Hierbei gilt es die Brandklassen A-F zu unterscheiden, wobei oftmals zusätzlich angegeben wird, welche Feuerlöscher für welche Brände empfehlenswert sind. Nun gilt es den Feuerlöscher fachmännisch zu bedienen.
Als erstes muss der Sicherungsstift entfernt werden, um den Löscher zu entsichern und Druck im Behälter aufzubauen. Danach muss in der Regel der obere rote Hebel nach unten gedrückt werden, um mit dem Löschvorgang zu beginnen. Wichtig hierbei ist, dass genügend Abstand vom Feuer gehalten wird, da das Löschmittel mit wachsender Distanz wirkungsvoller ist. Am effektivsten ist hierbei stoßweises Löschen, wobei niemals gegen die Windrichtung gelöschet werden sollte, um keine giftigen Stoffe einzuatmen. Um vor Flammen geschützt zu sein, erfolgt der Löschangriff besonders bei Flächenbränden von vorne unten. Bei Missachtung kann sich der Brand seitwärts ausweiten, sodass das Feuer keinesfalls im Keim erstickt wird. Grundsätzlich ist der zeitgleiche Einsatz mehrerer Feuerlöscher – sofern vorhanden – sinnvoll, da der Löschvorgang bedeutend effektiver ist, als die Feuerlöscher nacheinander einzusetzen.
Nach dem erfolgreichen Einsatz müssen die eingesetzten Löscher in jedem Fall von Fachpersonal gewartet werden, auch wenn sich noch ein Rest des Löschmittels im Behälter befindet. Auch in die Jahre gekommene Feuerlöscher, die bislang ohne Einsatz blieben, sollten gemäß der brandschutz- sowie sicherheitstechnischen Untersuchung regelmäßig alle zwei Jahre überprüft werden, während der Behälter alle zehn Jahre vom TÜV kontrolliert wird.
Insgesamt ist primär der Wohnende gefragt, sich frühzeitig über die richtige (Be-)Nutzung des Feuerlöschers zu informieren, um im Notfall Panik vorbeugen und lebensrettende Maßnahmen einleiten zu können.
Um rechtzeitig alarmiert zu werden ist der Einsatz von Rauchmeldern sehr zu empfehlen.